Jugendschutz

Auslöser für eine angeregte Diskussion auf Facebook zum Thema „Freifunk und Jugendschutz“, war die Mitteilung Mitte Februar, dass der Kaiserpark und somit auch der dortigen Spielplatz mit Freifunk versorgt wird. Am Ende der konstruktiven Diskussion stand das Versprechen, dieses Thema auf unsere Webseite aufzugreifen und Eltern hoffentlich hilfreiche Informationen zum Thema zur Verfügung zu stellen. Dieses Versprechen wollen wir hiermit einlösen.

Eingangs sei noch einmal erwähnt, wie Freifunk den Begriff „frei“ definiert:

  • öffentlich und anonym zugänglich
  • nicht kommerziell und unzensiert
  • im Besitz einer Gemeinschaft und dezentral organisiert

Daher findet bei Freifunkt, wie im Übrigen auch bei jedem anderen Internetzugangsanbieter, keine Filterung von Inhalten statt.

Diese Art der Filterung ist nach aktueller Rechtslage (vgl. BGH AZ „I ZR 3/14“ und „I ZR 174/14“) ohnehin nur bei Urheberrechtsverstößen möglich und auch nur dann, wenn alle Bemühungen die eigentlichen Störer (Seitenbetreiber) und Mitstörer (Serverbetreiber) zu ermitteln, fehlgeschlagen sind. Und selbst dann muss die Filterung unter technischen und organisatorischen Gesichtspunkten zumutbar sein, was im Zeitalter von Verschlüsselung teils unmöglich ist. Jeder andere Eingriff in die Datenübertragung ist für Internetzugangsanbieter aufgrund diverser gesetzlicher Regelungen (z.B. Telemediengesetz, Fernmeldegesetz, Datenschutz, etc.) verboten.

Welche Möglichkeiten hat mein Kind auf das Internet zuzugreifen?

Neben dem immer seltener werden Zugriff über den heimischen PC, greifen mehr und mehr, immer jünger werdende Kinder und Jugendliche wie selbstverständlich mit dem Smartphone auf das Internet zu. Dabei stehen folgende Zugangswege zu Verfügung:

  • Mobilfunk
  • heimisches WLAN
  • WLAN  bei Freunden und Verwandten
  • öffentliche WLANs

Während der Zugang über Mobilfunk vom gewählten Vertrag abhängt und man das heimische WLAN, abhängig vom eingesetzten Router, mit einem Jugendschutzfilter versehen kann, hat man keinen Einfluss darauf, auf welche Internetinhalte Ihr Kind über ein fremdes WLAN zugreifen kann.

Was ist überhaupt jugendgefährdend?

In der Regel zählen pornographische, gewaltverherrlichende und extremistische Webseiten zu den jugendgefährdenden Inhalten im Internet. Jugendgefährdende Inhalte  werden, unabhängig vom Medium, von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPJM) indiziert. Suchmaschinenbetreiber wie Google, nutzten die Index-Listen z.B. um Inhalte vor deutschen Internetnutzern in den Suchergebnissen zu verbergen. Hersteller von Filtersoftware zum Kinder- und Jugendschutz haben über ein entsprechendes BPJM-Modul die Möglichkeit diese Filterlisten zu nutzen.

Über offiziell indizierte Inhalte hinaus, hängt es vom Alter und dem individuellen Entwicklungsstand ab, welche nicht-indizierten Inhalte für Kinder und Jugendliche als problematisch anzusehen sind. Foren über Essstörungen (z.B. Pro-ana) sind häufig legal, gelten aber gerade für pubertierende Jugendliche oft als problematisch.

Wie kann ich mein Kind schützen?

Eines vorweg: Keine technische Lösung bietet 100%ige Sicherheit und kann die elterliche Aufsichtspflicht ersetzen.

Zunächst einmal lassen sich auch ohne spezielle Apps bei den meisten Telefonen einige Einstellungen anpassen um das gesamte Gerät Kindersicherer zu machen. Auf der Website der Initiative SCHAU HIN! finden Sie Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Android-Smartphones und iOS-Smartphones und Tablets.

Darüber hinaus gibt es diverse Apps um vor allem die Internetnutzung zu filtern. Darunter auch Apps der beiden größten deutschen Mobilfunkanbietern Telekom und Vodafone:

Beide Apps stehen jedermann zu Verfügung und können über die jeweiligen App Stores installiert werden, egal ob man Kunde des Anbieters ist oder nicht.

Wo finde ich weitere Informationen?

Es gibt verschiedene, teilweise Europaweite Initiativen, welche sich mit allen Aspekten des Schutzes von Kindern und Jugendlichen im Internet beschäftigen und weitreichende Informationen dazu bereitstellen. Einige empfehlenswerte Seiten, welche wir auch bei unserer Recherche verwendet haben, sind: