Ein Jahr Freifunk Schwalmtal

Eigentlich wollte ich diesen Eintrag bereits am vergangenen Wochenende verfassen, aber wie es der Zufall so will, habe ich mich just an diesem Wochenende an einem Ort in der Eifel befunden, wo ich völlig offline war.  Kein Internet via WLAN und kein Mobilfunk-Empfang. Ich hatte bei der Planung unseres Kurzurlaubs fest darauf gesetzt, mit „Deutschlands bestem Netz“ dort guten Empfang zu haben. Dem war jedoch leider nicht so.

In unserem Ferienhaus gab es zwar aber-dutzende von Heften und Flyern, jedoch waren diese entweder nicht mehr aktuell, oder hielten eben nicht die Informationen bereit, nach denen man gesucht hat. Beispiele: Wanderungen ohne Karte planen? Schwierig. Öffnungszeiten an einem Samstag von Geschäften in der nächsten Stadt raus bekommen? Noch schwieriger. Meinungen anderer Besucher zu bestimmten Orten die man plant zu besuchen lesen? Nope. Somit gab es leider ab und an eine eher negative Überraschung zu verkraften.

Natürlich hat es das früher auch alles nicht gegeben. Einerseits war man jedoch anders vorbereitet, andererseits sieht die Realität vieler Menschen heute eben so aus, dass man es gewohnt ist, ohne darüber nachzudenken, online nach Informationen zu suchen. Glücklicherweise hatte meine Frau mit Ihren Anbieter wenigstens ein „bisschen“ Internet, so dass wir darüber die notwendigsten Sachen nachgeschaut haben. Allerdings: Ein Tag länger und das Datenvolumen Ihre Vertrags wäre für den Monat erschöpft gewesen.

All das hat mir noch einmal deutlich gemacht hat, warum ich vor ziemlich genau einem Jahr Freifunk Schwalmtal ins Leben gerufen habe: Menschen an möglichst vielen Orten in unserer wunderbaren Heimat Zugang unkompliziert Zugang zum Internet zu bieten.

Zwischenbilanz

Was wurden in den vergangenen 12 Monaten geschafft:

  • Am Markt in Waldniel gibt es dank Angelo, Alt Neel, Markgrill und der Gemeinde Schwalmtal quasi flächendeckendes Internet. Garten Strasse und Marktstrasse sind teilweise abgedeckt.
  • Einen Teil der zu uns geflüchteten Menschen konnten wir dank SPD Schwalmtal und hilfsbereiter Nachbarn Zugang zum Internet bereitstellen.
  • Bei Bobbels Sport & Freizeit nutzen Tag für Tag etliche Besucher das dortigen Freifunk WLAN während des Trainings. Übrigens die ersten bei Router die wir Installiert haben.
  • Ein weiterer, aktiver Freifunker versorgt den Kaiserpark und hilft bei der Realisierung weiterer Projekte.
  • Unerwartete Großprojekte, wie der Campingplatz Brempt wurden erfolgreich realisiert.
  • Viele weitere Privatpersonen und Geschäftsleute betreiben Freifunk-Router.
  • In Summe gibt es 26 aktive Zugangspunkte mit mehr als 100 gleichzeitigen Nutzern zu Stoßzeiten.

Mindestens genau so schön wie all die erfreulichen Fakten, sind aber die Kontakte die wir mit den Menschen hier am Ort geknüpft haben und welche uns auch manchmal geholfen haben, leichter einen Fuß in die Türe bekommen zu haben.

Wie geht’s weiter?

Wie man sieht, wurden einige Ziele erreicht, andere leider nur in Teilen. Gerade im Bereich der Versorgung von Geflüchteten, ist es aufgrund der möglichen Internetanbindungen der Unterkünfte viel schwieriger dort Freifunk anzubieten als ursprünglich geplant. Wir stehen hier in regelmäßigen Kontakt mit dem Asylkreis Schwalmtal und der Gemeinde Schwalmtal um Lösungen dafür zu finden.

Es sind weitere kleinere und größere Projekte für die Zukunft geplant. Zeitpunkte an denen diese realisiert werden können,  hängen immer zum einen von den Terminplänen derer ab, die beabsichtigen einen Freifunk-Knoten zu betreiben, als auch von uns, welche Freifunk Schwalmtal ehrenamtlich neben Beruf und Familie umsetzen.

Des weiteren sind im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem Freifunk Niersufer weitere Maßnahmen zur Netzwerkoptimierung geplant um die Stabilität und Geschwindigkeit weiter zu erhöhen.